Mein Alltag mit ALS – 8

Morgens im Bett habe ich mir überlegt, mir doch mal die Fußnägel zu schneiden, die ich ja seit ein paar Monaten nur noch feile. Die kleine Schere geschnappt, der erste Schnitt am rechten mittleren Zehnagel hat geklappt, dann will ich zur Mitte des Nagels, es tut sich nix mehr. Der rechte Daumen bringt keine Power mehr, keinen Gegendruck für die kleine Schere. Also erst einmal den Nagel feilen, damit er wieder glatt ist.

So lange in gebeugter Haltung, dann murrte meist mein Oberbauch per Krampf, aber das ist seit Redater-Zeiten nicht mehr. ABER – den Rücken habe ich mir versaut. Es tat höllisch weh, auf mittlerer Höhe. Erst mal auf’s Bett, die Füße aufstellen, Knie zur einen Seite, zur anderen Seite. Leider bringt das nichts. Also an einen Türpfosten lehnen, die Arme hoch und bei den Hand-Gelenken packen, einmal rechts rüber, dann zur anderen Seite. DAS hilft. Diese Übung habe ich noch sehr oft an dem Tag durchgeführt. Freistehend geht sowas nicht mehr bei mir.

Nun  habe ich endlich die Nummer einer Fußpflege rausgesucht, da will ich anrufen. Bei der war ich inzwischen auch schon. Sie meint, ich solle meine Krankenkasse anrufen, um einen Zuschuss zu bekommen. Mal sehn, ob das klappt.

Was anderes:

Da will ich vom Kokosöl, das ja fest ist, was mit dem Messer herausschneiden, damit ich Fisch braten kann. Plötzlich sind Ring- und Mittelfinger der rechten Hand um das Messer gekrampft.

Der Schreck war groß! Bleibt das nun so???

Vorsichtig das Pittermesser herausgezogen. Dann Schmerzen im Unterarm.

Aber lange tat es nicht weh, zum Glück. So konnte ich weiter alles kochen und braten lassen. Es hat auch bestens geschmeckt.

Nach dem Essen habe ich mir Redater geklebt. Die Hand, und da, wo der Schmerz im Unterarm war.

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Also Innenhand, Oberhand, Unterarm auch oben und unten. 

Mein Gehen ist sooo langsam, dass es meinen Mann inzwischen nervt. Aber er wartet immer geduldig.  

Wir haben was Neues!

Die Bemer-Matte, die Mikrozirkulation wird mit dieser Matte aktiviert.

Erst probiert bei einem Heilpraktiker in Münster. Er hat eine Matte seinen Eltern geschenkt, 85 Jahre alt, sie fühlen sich nun 20 Jahre jünger.

Bei ihm war ich in einer Woche dreimal auf der Matte. Montag, Donnerstag und Samstag. 

Und abends am Samstag konnte ich die ersten Schritte ein klein wenig schneller gehen und ich hatte meine Singstimme wieder! In der Kirche habe ich richtig gestaunt. Aber das alles hat sich leider wieder gelegt.

Nun haben wir die Bemer-Matte hier.

IMG_9609Sen 05 15 Bemermatte

dazu noch das Bedien-Teil

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Am 5. 5. kam sie zu uns.

Zur Feier des Tages habe ich mich auch hier oben stolpern lassen, mit Fall aufs linke Knie. Es tat echt weh, der Schmerz ließ aber schnell nach. Nachts beim Umdrehen von links nach rechts tat mir doch das linke Knie arg weh!!! Na sowas! Den Fall hatte ich verdrängt. Wunderte mich. In der nächsten Nacht noch einmal. Irgendwann fiel mir ein, dass ich ja gefallen war. Aber danach kam nichts mehr, jippie! 

Nun die Bemer-Matte, in der ersten Woche niedrigste Stufe, ist ja klar. Seit dem 13. 5. nun Stufe 2. Und seitdem kann ich endlich mal wieder in der Wohnung (ohne Schienen, nur eine Bandage am linken Fußgelenk) gehen, ohne bei jedem Schritt mich festzuhalten, nach jedem Stuhl, jedem Türrahmen zu greifen. UND ich kann auch für einen Augenblick stehen, ohne gleich loszutänzeln.

Wir hatten auch gegugelt, ob es nicht preiswertere Matten gibt. Gibt es, aber die sind nicht erforscht und könnten Schaden anrichten. Bemermatten wurden seit 1997 in Berlin erforscht und kamen 2011 auf den Markt. Also ein deutsches Produkt.

 

Gymnastik

Da haben wir zuletzt mit den Thera-Bändern geturnt.

Schon einige Übungen.

Und dann ging es los, sie zusammen zu bringen, so dass wir im Kreis damit Übungen machen können.

Es machte richtig Spaß und ich meinte, das müsste man doch mal aufnehmen.

Gesagt, getan!

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Die hier vorn rechts in Rot hat solange mein Band gehalten.

Seit fast Anfang Februar bin ich dabei.

Sie sind alle sehr nett, ich fühl mich wohl in und mit der Gruppe.

Noch kenne ich längst nicht alle Namen.

In die Röhre gucken

…konnte ich nicht. Mich aber hineinlegen.

Man liegt ganz bequem, unter den Knien ist ein weicher Keil, damit man entspannt liegen kann.

Das Ganze sollte 15 Minuten dauern.

Ich bekam eine Art Ball an der Strippe in die Hand. Für den Fall, dass mir nicht gut ist oder sowas in der Art.

Und Kopfhörer auf, es wird laut werden. 

Die Hände über den Bauch und so es ging mit dem Apparat bzw. mir nach hinten, ich die Augen zu.

Sehen könnte ich das wohl. Aber ich habe mich auf Ruhe(n) eingestellt.

Es war wahrlich laut. Aber immer irgendwie anders, lach. So wurde es nicht langweilig… anschließend fragte ich, ob ich den Apparat fotografieren dürfe. Sie meinte, der würde kaputtgehen, der Fotoapparat. Hää? Also echt, das glaube ich nicht, zumal direkt danach ja nichts mehr lief. Der große Apparat doch wohl aus war.

Sie meint, sowas könne ich im Internet finden. Ok, habe ich gefunden unter Wikipedia – MRT 

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So sah es aus, ja, das kommt hin. Irgendwie habe ich das Ganze genossen.

Leider musste ich vorher die Aku-Punkte abmachen, die mir der Physiotherapeut an drei Punkten der Ohrmuschel angebracht hatte, nur 2 Stunden vorher… Es hieß. die würden zu sehr schmerzen. Ok, das kann ich mir sogar inzwischen vorstellen. Das war weise.  

Nachher mußte ich noch ein wenig warten.

Dann hieß es: Die Daten gehen zum Doktor und hier ist die CD! Ja, ich habe eine CD mit den Daten bekommen.  Hier ein Bild, ich weiß zwar , dass es meine Wirbelsäule ist, aber wie sie beschaffen ist, kann ich nicht entziffern. 

MRT-Aufnahme 7139

Meine diversen Übungen mache ich ja täglich, immer wieder. 

Ver-Rück-t

Ja, ich löse mich auf!  

Es begann irgendwann im Sommer.

Wenn wir bei der Gymnastik eine bestimmte Übung machten:

Auf dem Rücken liegen, Beine angewinkelt, die Füße aufgestellt, den Po heben. Dann bekam ich solche heftigen Krämpfe ins linke Bein, dass ich abbrechen musste. Das passierte leider immer wieder,  

Etwas anderes (dachte ich),  wenn wir spazieren gehen, dann ja immer recht fix. Doch neuerdings platscht mein linker Fuß auf. Das kann man richtig hören. Durch dieses blöde Winterwetter haben wir selten Spaziergänge unternommen. Doch ich gehe ja immer einkaufen, die Post holen. Dabei ist mir in den letzten Wochen aufgefallen, dass ich immer langsamer gehe.

Was  anderes fiel mir beim Warmmachen bei der Gymnastik auf: Auf den Zehenspitzen gehen, dann auf den Hacken gehen. Hey, mein linker Fuß kommt nicht mehr richtig hoch, da vorn!

Jedenfalls waren wir mal wieder in Recklinghausen.  Gehen wir doch mal zu unserem bekannten Physiotherapeuten und fragen mal wegen dem Platschfuß. Seine Angestellte war nur noch da. Wir fragten, ich zeigte, dass ich den Fuß vorn nicht  klar hochkriege.

Da meint sie, das kann Bandscheibe sein!

Ich war wie vom Donner gerührt! -Bandscheibe? Wirbelsäule?

Ich will nicht!!!

 Termin beim Orthopäden gemacht. Ich liege auf der Liege, er drückt vor meine Füße, ich halte dagegen. Er drückt von oben gegen meine Füße, mein rechter Fuß hält dagegen, der linke schafft nur die halbe Strecke.

Fußheberparese nennt sich das.  Röntgen in zwei Ebenen, wie man immer so schön im Fernsehen hört.  Die Lendenwirbel sind verkümmert, die Bandscheibe sehr klein.  Lassen wir noch ein MRT machen, damit wir genau Bescheid wissen. An den Termin mache ich mich am Montag.

Wir haben nach Übungen im Internet gesucht. Zwei davon machen wir bei der Gymnastik, die eine ist – ich muss lachen – die, bei der ich die Krämpfe bekam. Die andere, auf dem Bauch liegend, sozusgaen ein Doppelkinn machen, die Arme nach vorn strecken, die Füße auf die Zehen… dann linkes Bein anheben und gleichzeitig rechten Arm, und umgekehrt.

Das strengt ein wenig an,  ist aber hilfreich.

Oder mit dem Thera-Band, den Fuß strecken und wieder hochziehen, immer abwechselnd, ca. 10 x.- 

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 auf dem Igelball, das tut sooo gut, damit wird der Fuß bestens durchblutet. 

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Die Schmerzen sind nicht so schlimm. Ich nehme aber endlich Vitamin D, damit hoffentlich erhlaten bleiben kann, was noch da ist…

Bitte antreten zum

Frühsport!

STREEEEEECKEN!!!

Es gibt auch was zur Belohnung – leckere Nüsse!

Das Eichhörnchen macht doch alle Übungen vor, nur naaaaaachmachen 🙂

Frohe Kunde!

Seit zwei Nächten kann ich endlich wieder auf der rechten Seite schlafen.

Heute bei der Gymnastik spürte ich zum erstenmal keine Schmerzen mehr, wenn wir die Arme in die Waagerechte bringen, und die Arme anwinkeln, und so nach hinten bringen. Das habe ich immer auch zu Hause gemacht. Mal den Arm höher, mal tiefer. Immer da, wo es eben wehtat. So lange, bis es nicht mehr schmerzte. Manchmal sogar über dem Kopf mit dem Arm bzw. der Hand. 

Ich bin echt happy, dass diese permanenten Übungen geholfen haben. Ich werde sie natürlich weiter ausführen. Damit sich nicht wieder soviel Kalk dort absetzt. Denn dieser dumme Kalk kann verdammt wehtun. Mit den Hanteln über ich weiter, schaden kann es nicht.

Gymnastik

Nun hatten wir schon dreimal wieder Gymnastik.

Es waren noch zwei Geburtstage nachzuholen. Jeder gibt ja jeweils nach der Gymnastik dann einen aus. So war unser einziger Herr dran und ich.

Nun, beim dritten Mal hieß es, wir hören heute eher auf. Hää?  –  Hatte doch niemand Geburtstag und Neue sind haben wir auch keine, die ihren Einstand geben könnten.

Aber wir haben ja unsere liebe Luzie, die immer am Jahresanfang ihre selbstgebackenen Neujährchen kredenzt.

Sie konnte uns nicht gleich zu Beginn  damit erfreuen, da eben die Geburtstage noch dran waren vom letzten Jahr.

Sie hat sooo viele gebacken, 4 Stunden lang. Ich muss sagen, die schmecken noch viel besser, als die gekauften. Und, sie sind noch dünner. HERRLICH !!!

Sekt, Saft, Wasser hatten die beiden anderen besorgt.

DENN: Diese drei Damen, sind seit 40 Jahren in diesem Gymnastik-Kurs, die Turnerinnen der ersten Stunde, sozusagen.

Luzie, mit dem grünen Pulli, ist unsere älteste Mitturnerin, sie ist stolze 83 Jahre. Die beiden anderen sind 6 bzw. 7 Jahre jünger. Sie machen immer noch alle Übungen mit.