Meine Tage und Nächte im Schlaflabor – 2

Am nächsten Morgen schlief Münster offensichtlich einen Rausch aus, denn der Nebel lag über Münster 😉

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Das Ergebnis der ersten Nacht: Im Traum wird der Atem zu flach, da wird zuviel Co² frei. Darum müssen wir es mit der Atemmaske versuchen. Wollen Sie eine Nasenmaske oder eine Nasen-Mundmaske. Ich probierte beide an, entschied mich für die Nasenmaske. 

Später kam die Ärztin,  sie empfahl gegen das Heulen ein Medikament, (Antidepressivum) das mit einer niedrigen Dosis eingesetzt werden würde. Ok, wir versuchen es.

Gegen Mittag kam eine Physio-Therapeutin, die mich ein wenig bearbeitete – für die ausgefallene Stunde bei meinem Physio-Menschen.

Abends dann die Maske. Der Raum ist ja voll von Technik.

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Das alles neben meinem Bett.

Eine Kamera gibt es auch oben direkt gegenüber dem Bett. Die habe ich aber leider nicht aufgenommen.

Die Nacht mit der Maske war schlecht, sehr schlecht, der Apparat war mir zu laut. Ich habe nur 2 Stunden geschlafen. Gegen 6 Uhr wurde die Maske abgenommen.

Ach so, da war auch immer über Nacht ein Klipp am linken Ohrläppchen. Schön mit Pflaster zweimal befestigt. So gegen 7 Uhr am Morgen wurde eine Creme auf das Ohrläppchen gegeben, davon sollte es warm werden, durchblutet. Aber es tat irgendwie weh. Nicht schlimm, aber von warm werden spürte ich nix.

15 Minuten später wurde gepiekst, aber das spürte ich gar nicht. Aber dann wurde das arme Ohrläppchen gedrückt, gedrückt, gequetscht. Blut kam genügend heraus.

 

Meine Tage oder Nächte im Schlaflabor – 1

Um 11 Uhr sollten wir da sein. Also wieder zur Anmeldung auf Ebene 5, wo die Sprechstunde war.  – Falsch! Auf die Ebene 14 müssen wir. Da gibt es eine extra Anmeldung. Da sitzt schon ein Mann und wartet. Er meint, das dauert!

Die Zeit geht voran, wir sind schon fast bei 11 Uhr. Als wir dann dran sind, wundert es nicht, dass es lange dauert. Sie nimmt einen Abstrich aus dem Mund, nimmt Blut ab. Und das alles bei der Anmeldung. Endlich geschafft! Zimmer 422. Was für ein großer Raum! Da kann ich gut mit dem Rollator gehen.

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Die Aussicht ist genial! Unterwasserkirche links mit dem dunklen quadratischen Turm, da gegenüber ist ja das Antiquariat, in dem Wilsberg immer spielt. Dann  weiter rechts der Dom mit seinen zwei Türmen, und die Lambertikirche mit dem hohen Turm, wo die drei Käfige „mit“ den Wiedertäufern zu sehen sind.

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an dieser evangelischen Lukas-Kirche müssen wir immer vorbei, wenn wir zur Uni-Klinik fahren.

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Die Ärztin war da, nahm noch einmal alle Daten auf. Dass es Ende 2012 begonnen hat. Wer hätte damals gedacht, dass ein langsameres Gehen zur ALS führen würde… Zum Abend wurde ich verkabelt. Im Gesicht, auf dem Kopf, am Hals, Gurt direkt unter den Armen und auf dem Bauch. Die unzähligen dünnen Kabel wurden alle auf einem Block in bestimmte Löcher gesteckt. Das Ganze wurde dann in diese Tasche gepackt, die ich nachts mitnehmen musste.

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Es wurde Gymnastik angesagt: Augen fest zu, blinzeln, von rechts nach links gucken und wieder zurück, die Augen rollen. Und die Nacht begann. Boah, war der Apparat laut! Ich dachte, ich hätte gar nicht geschlafen. Aber sie haben festgestellt, dass ich 4 Stunden geschlafen habe. Eigentlich alles ok, nur im Traum, da wird mehr CO² frei. Und das ist nicht gut.

Gestern morgen schien die Sonne

es war ein toller Ausblick, ich konnte mich gar nicht satt sehen.

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Hihi, die Maulwurfshügel haben je einen weißen Hut

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noch einmal diesen ersten Blick – fast

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Die lichterfüllten Baumwipfel sozusagen im Hintergrund, mit Hasel-Büscheln vorn

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Kurze Zeit später war der goldene Traum vorbei