Feldpost

nennt man die Briefe, die die Soldaten während des Krieges in Rußland, in Frankreich in Polen bekamen und versendeten. Sie müssen möglichst wenig politisch sein. Denn sie werden ja kontrolliert. Oft haben die Briefe der Lieben daheim die Soldaten im Feld nicht erreicht, wurden einkassiert, warum auch immer.

Ein Bruder meiner Mutter war in Frankreich stationiert. Er war verlobt, schrieb ihr im Feldpostbrief, dass er weiße Seide für ihr Brautkleid mitbringen wird. Das tat er auch. Sie haben in Gelsenkirchen geheiratet: der Heinz und seine Therese. Die kurze gemeinsame Zeit nach der Hochzeit, die ihnen blieb, haben sie natürlich zusammen verbracht, mit Familie. Und als er wieder weg war, diesesmal gen Osten, war Therese schwanger. Irgendwann kam die Nachricht, dass er gefallen ist. So nannte man es, wenn sie im Krieg bzw. Kampf gestorben sind. –  Therese hat ihr Kind verloren.

Therese ist meine Patentante, sie ist eine sehr liebe Frau. Wir haben uns sehr gut verstanden.

Sie hat nach dem Krieg wieder geheiratet, bekam 2 Söhne. Ihr Mann war dann krank und starb leider recht früh. 

Gottlob hat sie nie ihre Lebenslust verloren. Sie war immer fürsorglich, für andere da.