Mein Alltag mit ALS – 5

Ich wasche mir die Hände, da kommt mir von der linken Hand der Mittelfinger entgegen – und stört! Der kann wohl nicht anders, als sich so zu biegen.  Auch beim Einreiben des Gesichtes ist der Mittelfinger leicht gebogen, das kann ich ja im Spiegel sehen. Schöner Mist.

Mit der linken Hand habe ich gar keine Kraft mehr. Kann keine Flasche, kein Glas mehr damit festhalten zum aufdrehen. 

Aber was Positives: Ich kann wieder gähnen ohne meinen Mund nicht ganz aufzumachen. Denn dann taten die Muskeln rechts und links im Hals unheimlich weh. Aber neuerdings kann ich gähnen, wie ich will. Es tut nicht weh. Das sind auch die Redater-Steine, diese Wundersteine. 

In diesen schönen Kästchen nehmen wir sie immer mit zurück zur  Heilpraktikerin.

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Und bei der Meditation bin ich auch wieder ein Stück weiter. Nun ist der Kopf total anders, bis zu den Ohren, bis zum Hals. Und der ganze Bauchraum ist dazu gekommen. Nun dauert es, bis es in die Beine gelangt. Aber immer noch ein herrliches Gefühl.

Heute am Donnerstag bin ich in Bochum, im Bergmannsheil zur ALS-Sprechstunde. Da bin ich gespannt wie ein Flitzebogen.

Es heißt, sie werten auch Infos der Patienten aus, nicht nur der Ärzte. Das wäre was für mich.

Denn ich nehme ja dieses Medikament Riluzol nicht. Das geht bei mir auf die Nieren. Das ist mir zu gefährlich. Es ist wohl das einzige Medikament, das es für diese Krankheit gibt, soweit ich weiß. Jämmerlich…

Na, die Forschung wird hoffentlich voranschreiten. Bochum ist ja auch dem ALS-Netz angeschlossen.

Mein Alltag mit ALS – 4

Nach dem Buch: Das erleuchtete Gehirn  – von Albert Villoldo und David Perlmutter – Erleuchtung als Schlüssel zu körperlicher und geistiger Stärke.

richte ich mich. So z. B. Meditation.

Ich habe gegugelt, wie man das machen kann: Sich bequem hinsetzen, Augen zu und TIEF einatmen. Immer wieder. Irgendwann fangen die Hände an zu kribbeln. Inzwischen bin ich soweit, dass bei einem Mal tief einatmen es gleich im Oberkopf beginnt zu arbeiten. Dann kommt die Stirn dran, die Wangen, die Zunge, die Lippen.

Und es geht nun auch soweit, dass es durch die Beine geht bis in die Füße. Ich liebe dieses Gefühl. Das ist einfach genial.

So hoffe ich, dass auch in die Füße wieder Kraft kommen könnten.

Blätter zerreißen geht nicht mehr. Die linke Hand hat zu wenig Kraft.

Meine Füße sind recht dick, so dass ich nur noch ein Paar meiner Schuhe anziehen kann. Die anderen sind zu niedrig innen drin. Dafür hat mir meine Heilpraktikerin eine neue Art für die Redater gezeigt. Einer kommt vorn links auf den linken, schlimmeren Fuß. Damit die Durchblutung angeregt wird. Hier noch einmal die Redater-Steine, dreimal pur, einmal mit Aufkleber, von dem die weiße Schicht abgezogen wird, bevor es an den Körper geklebt wird. 

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Ein klein wenig hat es geholfen.

Wieder zurück zum Buch.

Glutathion kann auch gegen Fibromyalgie, gegen Parkinson, Demenz, Multiple Sklerose, ALS. Also bei Nervenkrankheiten.

Muss ich mal was vom Boden hochholen, und kein Stuhl oder Sofa in der Nähe, muss mein Mann mich hochheben. Gut, dass ich nicht so schwer bin.

Aber diese Redater haben echt geholfen, dass meine linke Wade vom völlig lahmen Fuß wieder an Umfang zugenommen hat. Ich merke es beim Schließen der Schiene. Wird stramm, muss mal den Gurt ein wenig verlängern.

Ob wir der ALS doch ein Schnippchen schlagen können?

Das wäre ein Traum!

15. 1. 15

Ein Aha-Erlebnis!

Morgens aufgestanden, ins Bad. Ich drücke meine linke Wade durch, da ist es normal, dass das Bein zusammenknickt.

ABER NEIN: Es bleibt stabil!

Boah, ich bin hingerissen. Ich fass es nicht!

Nun kann ich etwas normaler gehen. Und im Stehen muss ich nicht mehr so hin- und herwackeln. Das passiert zwar noch, aber nicht mehr so intensiv wie bisher.

Bei der Meditation habe ich oft das Gefühl, dass es in den Oberschenkeln holpert.

Was nun der Grund ist, ob Meditation oder die Redater, ist mir echt egal. Hauptsache es klappt!